Viele, wenn nicht gar alle Hörspiellabel verstanden es
vortrefflich, die Kinder auf ihre wundervolle
Produktpalette aufmerksam zu
machen.Hielt man gerade noch eine neue Hörspielplatte in Händen,
so wurde man bei einem Blick auf die Coverrückseite schnell darüber
aufgeklärt, auf welche tollen
Geschichten
die Eltern spätestens beim nächsten Gang in die Stadt umbedingt achten
sollten...
Neben den bereits zitierten Werbebildchen auf den Plattencoverrückseiten
gab es noch andere
Werbemöglichkeiten der Firmen, von denen leider nicht
mehr allzuviele auffindbar sind.
Es läßt sich daher nur vermuten,
in welchem Umfang damals Produktvorstellungen in Form von
Katalogen, Flyern,
Werberätseln
etc. existierten.
Das bislang auffindbare Material möchten wir euch hier vorstellen!
Variante Nr.1 - "Der Hörspielkatalog"
...hiermit ist natürlich nicht einer dieser Sammlerkataloge
gemeint, bei deren Preisangaben
unsere Eltern damals vermutlich umgehend Schallplattenspieler
und weitere hörspieltechnisch-
taugliche Abspielgeräte entsorgt hätten,
um den finanziellen Ruin zu entgehen.
Nein, wir reden hier von einem typischen
Händlerkatalog,
bei unserem Beispiel sogar firmenspezifisch:
Hier seht ihr einen Katalog der Phonogram GmbH, die damals die
Labels "FASS", "Fontana"
und "Philips" beheimatete.
Schön war die Zeit, in der jedes Hörspiel den gleichen Betrag kostete
und nicht
abhängig von Genre bzw. Zielgruppe war.
Aber werft selbst einen Blick in das
Innere (ein Klick aufs Bild öffnet eine größere
Darstellung!) :


Hier noch eine ältere Katalog-Variante der Label Fontana und Philips:






Eine weitere Katalogvariante ist uns beim Jahreszeitenverlag, eine Firma, die die Labels "Für Dich", "Für Sie" und "MfP" herausbrachte über den Weg gelaufen:

In dieser, voller bedeuterungsschwangerer Erklärungen gepackter Werbebroschüre wird den Eltern versucht klar zu machen, warum es so wichtig ist Hörspiele zu hören und welchen pädagogischen Wert insbesondere die dort vorgestellten Hörspiele doch haben. Wir lassen die Texte besser für sich sprechen ;)

Variante Nr.2 - "Bedruckte Platteninnenhüllen"
Wenn man heutzutage eine Platte auf dem Flohmarkt erwischt,
ist man schon froh,
sie in einer dieser halbwegs intakten, weißen (oder
nunmehr gelblichen!) Innenhüllen vorzufinden. Primär als Schutz vor
Staub und Kratzern während der Herausnahme gedacht,
kamen diverse Firmen
irgendwann auf die Idee auch diese unscheinbaren Papierchen als Werbemittel
zu verwenden. Zumeist waren dies witzigerweise genau die Firmen, die ohnehin
Vorreiter
beim Aufdruck von Werbebildchen auf den Plattencoverrückseiten
waren...
Wir starten mit der Bellaphon GmbH, damals
noch in Cooperation mit der BASF,
welche die Labels "Paradiso", "PEG", "Peggy" und "Piccolo" hevorbrachte.
Auf der abgebildeten Innenhülle werden vornehmlich die Frühwerke
dieses Labels beworben.
Viele von diesen Hörspielen wurden später
mit gleichen Covern nochmals unter "Peg"
und "Peggy" wiederveröffentlicht.
Nicht, das ihr glaubt, uns wäre wegen der Grautönung an einem
zusätzlichen Nostalgieeffekt gelegen;
nein, die Bellaphon war eine der wenigen Firmen,
die hierbei keinen Farbdruck für die Innenhüllen verwendeten!
Wenn wir schon bei farblosen Hüllen für farbenprächtige Programme sind, darf natürlich auch die größte der Hörspielfirmen, EUROPA, nicht fehlen:

Aber da gab es auch noch andere Beispiele:
Kommen wir zurück zur Phonogram und dem Label "Fontana"; hier
gibts schon Farbe...
und das Jahre vor der Bellaphon-Hülle:
Etwa zur zweiten Hälfte der 60´er Jahr erschienen und nur einseitig
bedruckt,
verwies diese Innenhülle quasi auf das gesamte Programmspektrum.
Dort mußte man sich die Kinderhörspiele tatsächlich noch heraussuchen.
Dafür
gab es bei der Phonogram allerdings den oben erwähnten Katalog.
Mehrere erfolgreiche Hörspieljahre lagen bereits hinter dem
Label "Maritim", als dessen Firma,
die Gruner
& Jahr, farblich
bedruckte Platteninnenhüllen mit Hörspieltiteln aus ihrer Anfangszeit
herausbrachte.
Genau wie bei der Bellaphon waren auch hier beide Seiten bedruckt und
ausschließlich
mit Kinderhörspielen versehen. Das nach einigen Jahren eingeführte "Maritimchen",
vornehmlich als Kennzeichnung der Kinderhörspiele für das Alter von 4-10 Jahren
eingesetzt,"warb" hier für das Maritim-Programm.
Aber da gab es doch noch ein großes Label, das für
Kinderproduktionen bekannt war
und sogar
eher selten auf den Plattencoverrückseiten Werbebildchen
anderer Produkte bzw. Hörspiele anpries...Wir sprechen von der Polygram und deren Label "POLY".
Viele Rechte an Vertonungen damaliger TV-
Produktionen wurden hier gleich massenweise
als Mitschnitte umgesetzt und auf den Markt geworfen.
Trotzdem konnte man gerade
durch die bedruckten Innenhüllen einen guten Einblick darüber bekommen,
das "POLY" auch noch andere Hörspielstoffe vertont
hatte, als nur Kimba, Maja, Heidi und co.:
In gleich zwei verschiedenen Varianten brachte "POLY"
bedruckte Innenhüllen heraus.
Beide in Farbe, wobei die Hüllenvariante 1 (die
ersten beiden Abbildungen) für das gesamte Kinderprogramm warb, während es sich bei der "Rotfuchs"-Empfehlung
um gleichnamige Buchvertonungen
handelte und somit nur eine handvoll Hörspiele präsentierte.
Anmerkung: Die "Rotfuchs-Hörspiele" wurden daher auch nicht auf der Hüllenvariante
1 beworben.
Auch die Firma "Disney" (Disneyland) konnte mit einer bedruckten Innenhülle (allerdings ebenfalls im sparsamen Schwarz/Weiß) aufwarten:

Und auch die Firma "Ariola" hatte ein vollgepacktes Kinder- und Jugendprogramm:

Zum Abschluss der Innenhüllen-Präsentation haben wir noch einen weiteren Neuzugang, die Firma RCA mit besonderem Schwerpunkt auf die Hörspiele von und mit Wolfgang Buresch, unter dem Pseudonym "Felix Lochnase":
Variante Nr.3 - "Preisausschreiben"
Die Firma "Metronome", zu der u.a.
die Labels "Zebra", "Unsere
Welt", "Unsere kleine Welt",
"PerlSerie", "PMC" und "PLP"
gehörten, kam auf die Idee für das Label "Unsere
Welt" die bedruckte Innenhülle zusätzlich mit einem "kniffligen" Preisausschreiben zu versehen.
(Wer auf das Lösungswort kommt, bitte melden ! ;) )
Hierbei wurde die
beträchtliche Anzahl
von 111 Hörspielplatten (natürlich alle von der Firma Metronome)
bei Gewinn ausgeschüttet.
Hiermit endet auch unser Special. Sollte uns weiteres Material
in die Hände fallen,
oder von Euch zur Verfügung gestellt werden, so wird dieses
Special entsprechend
um weitere Kuriositäten ergänzt. Reinschauen lohnt sich!
Variante Nr.4 - "Klappcover"
Die Firma "Phonogram",hatte sich kurzerhand der beliebten Räuber Hotzenplotz als Werbefigur für die Produktpalette auserkoren, je mehr der Räuber sich entblößt, desto mehr tolle Kinderhörspiele gibt es zu sehen. Ganz besonderen Dank an Mark für die tollen Schnappschüsse!






(Hotzenplotz in voller Entfaltung)

(Rückseite des Hotzenplotz-Klappcovers)
Variante Nr.5 - "Flyer"
Perry brachte von seinem jüngstem Flohmarktausflug nicht nur eine recht seltene Bunny-LP mit nach Hause, sondern entdeckte im Innenteil des Plattencovers noch einen interessanten und sicherlich sehr seltenen, DIN A4-großen und aufklappbaren Werbeflyer auf dem Bugs Bunny für weitere Hörspielprodukte aus dem Hause Bunny (=Warner) mehr oder weniger gekonnt witzig die Werbetrommel rührt.
An dieser Stelle natürlich vielen Dank an Perry für die rasche zur Verfügungstellung des tollen Bildmaterials!
Variante Nr.6 - "Zeitschriftenwerbungr"
ür Europa-Bildplatten bewundern. Der folgende Scan stammt aus der Kinder-Fernsehzeitschrift "Siehste":